Roland Guthke ist im Frankenwald angekommen – anpfiff.info

von Andi Bär (anpfiff.info Redakteur) / vom 05.08.2014

Vom Frosch geküsst


Es gibt Überraschungen im Fußball. Immer wieder. Die größte im Hofer Spielkreis und seiner Sommerpause war die von der Inthronisation Roland Guthkes beim SV 05 Froschbachtal.
„Eigentlich wollte ich nach der Trogener Zeit erst einmal ein Jahr Pause machen“ gesteht Roland Guthke unumwunden ein. Jahrelang war er im Jugendbereich der Hofer Bayern und beim FC Trogen höherklassig aktiv. Immer wieder kämpfte er auch gegen den Abstieg, beendete im Vorjahr seine Tätigkeit auf dem Bühl vorzeitig um den Weg freizumachen für seinen Nachfolger Andre Köhler. Der konnte den Abstieg der Trogener aus der Landesliga nicht mehr verhindern. In der selben Zeit tat sich Guthke eine ganz neue Perspektive auf. Der SV 05 Froschbachtal suchte einen Nachfolger für Langzeittrainer Andreas Deffner, der nach acht Jahren beim Fusionsverein zum ATSV Münchberg-Schlegel wechselte. „In die Kreisliga wollte ich absolut nicht gehen“ schmunzelt Guthke rückblickend. Vorstand Rainer Wunderlich meldete sich bei Guthke. „Ich habe erst einmal nein gesagt.“ Nach zwei, drei Gesprächen und ersten Einblicken bei den Fröschen änderte sich die Meinung grundlegend. „Der Verein ist richtig gut strukturiert“ stellt der neue Coach fest „und die Trainingsbedingungen sind hier optimal.“ Am Ende gab die Perspektive und die Struktur beim Fusionsclub den Ausschlag für den Trainerfuchs, seine Zusage zu geben.

Roland Guthke: Nach langen Jahren in Trogen jetzt beim SV 05 Froschbachtal

Lob an Deffner

„Eines muss man ganz klar sagen“ so Guthke nach wenigen Wochen im Frankenwald „Andi Deffner hat hier richtig gute Vorarbeit geleistet und eine gewisse Struktur hineingebracht.“ Sowohl im Umfeld als auch in der Mannschaft passt es. „Am Freitag hatte ich 37 Mann auf Training“ schüttelt selbst Guthke manchmal nur noch ungläubig mit dem Kopf über den Ehrgeiz in Club und Team. „Da kommen Studenten aus Erlangen und Bayreuth nur zum Training“ lobt er seine Kicker „ich bin wirklich überrascht.“ Und bei all der Euphorie hat er eine ganz neue Ader an sich selbst entdeckt, die sein Interesse an der neuen Aufgabe nur noch verstärkt. „Es ist wirklich interessant zu erfahren“ sagt er „wie weit du als Trainer einen vielleicht nicht so talentierten jungen Fußballer weiterbringen kannst und wo du den hinbringen kannst.“ Dabei hat er aktuell einige Kicker im Fokus, die er weiterentwickeln will. „Ich bin guter Dinge“ so Guthke „es macht unheimlich Spaß.“ Wer Guthke kennt, weiß auch, dass er eine gewisse Grundambition mitbringt. „Wohl wahr“ lacht er „mal sehen, wo das hier endet.“ Interessant vor allem: Mit Keeper Benjamin Stumpf (FC Kronach) und dem im Vorjahr kein Spiel bestreitenden Ex-Hofer Marco Bernegg kicken aktuell nur zwei Neuzugänge in der ersten Mannschaft. Dabei traut Guthke dem erst 19jährigen Bernegg, in den ersten drei Spielen bereits zweifacher Torschütze, den nächsten Schritt durchaus zu. Bei Stumpf gibt es an der Qualität sowieso keinen Zweifel. Kein Thema war im übrigen für Guthke, Sohnemann Michael mitzubringen. Der zweifache Familienvater wird aus schulischen Gründen wohl eine einjährige Fußballpause einlegen, um dann in Trogen wieder anzugreifen. „Dazu fühlt er sich dort einfach zu wohl“ erklärt der Vater.

Nach einjähriger Pause wieder am Ball: Marco Bernegg

Die Hoffnung gilt der Jugend

Bei aller Euphorie nach sieben Punkten aus den ersten drei Spielen bleibt Guthke realistisch. „Wir haben viele junge Kicker“ sagt er „und es bewegt sich richtig was.“ Wohin die Reise nach dem etwas enttäuschenden elften Platz aus dem Vorjahr geht, darüber wagt der neue Trainer nicht zu spekulieren. „Wir werden es sehen“ grinst er „wichtig ist, dass es Spaß macht.“ Diesen Spaß hat der Coach auf jeden Fall. Zumal sich der (Mehr-)Aufwand im Gegensatz zu seiner früheren Station in Trogen nur unmerklich erhöht hat. „Ich fahre fünf Minuten länger als früher“ so der Krötenbrucker über den für ihn ungewohnten Weg in den Frankenwald. Der hätte übrigens noch einen Bonus in der Hinterhand, den die wenigsten in seinem neuen Club wissen. Im bekanntermaßen Bayern-München-verrückten Club hat er die Jokerkarte „FC-Bayern-Fan“ bisher noch nicht gezogen. „Das wissen die echt nicht“ lacht er darauf angesprochen.
 
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Dieser Beitrag ist aus dem Online-Fußball-Magazin anpfiff.info.
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