Das Kreispokalfinale der U19 steht fest. Nach zwei Krimis stehen sich die JFG Oberes Egertal und die SV 05 Froschbachtal gegenüber. Beide Teams kennen sich noch nicht wirklich.
Von Benedikt Günther
Bad Weißenstadt/Thierbach. Es ist angerichtet: Die Finalpaarung für den U19-Kreispokal steht seit Mittwochabend fest. Nach zwei intensiven und spannenden Halbfinalpartien schafften die JFG Oberes Egertal und die SG SV 05 Froschbachtal den Sprung ins Endspiel und werden sich in der letzten Oktoberwoche (Datum und Spielort standen zu Redaktionsschluss noch nicht fest) um den Titel und den Einzug in die nächste Runde des Verbandspokals duellieren.
Die Egertäler machten am Dienstagabend den Anfang. 7:4 lautete das Endergebnis gegen die JFG FC Stiftland nach Elfmeterschießen. Die erste Halbzeit war dabei noch torlos verlaufen, dann ging es aber Schlag auf Schlag. Louis Käs brachte die Stiftländer in Führung, ehe Josef Gesell ausglich. Nach dem erneuten Rückstand durch Paul Päselt war es wieder Gesell, der auf 2:2 stellen konnte. Matthias Holeksa drehte dann die Partie nach 82 Minuten zugunsten der Egertäler, doch Paul Meiler glich vom Punkt aus. Somit ging es ins Elfmeterschießen, wo die Mannschaft von Sahin Yilmaz bessere Nerven bewies. Vier verwandelte Egertaler Elfmeter standen nur einem Treffer der Stiftländer gegenüber, denn Keeper Leon Gareiß konnte zwei Strafstöße parieren.
Es war ein besonderes Duell, denn noch am Wochenende hatte Stiftland gegen die Egertäler mit 5:0 in der Kreisliga gewonnen. „Wir hatten definitiv eine Rechnung offen“, so Trainer Sahin Yilmaz. Schon nach dem Ligaspiel habe man zusammengesessen und gesagt „im Pokal machen wir das wieder gut.“ Dabei ging Yilmaz’ Mannschaft als klarer Außenseiter in die Partie, musste auch auf vier Spieler aus der B-Jugend zurückgreifen. „Es hat aber alles funktioniert, wir haben gut gespielt und sind verdient weitergekommen“, freut sich der Egertäler Coach.
Am Mittwochabend folgten dann die Frösche ebenfalls ins Endspiel. Auch hier war es ein regionales Duell, die SG FC Eintracht Münchberg lieferte den Frankenwäldlern einen engagierten Kampf. Schon nach drei Minuten hatte der FCE durch Mahmoud Mansour die Führung erzielt, zur Pause stand es nach Max Franks Treffer immerhin 1:1.
„Münchberg hat losgelegt wie die Feuerwehr und hat sogar fast das 0:2 gemacht. Da wäre es dann wohl schon entschieden gewesen“, so Frösche-Coach Felix Zelnhefer. „Allerdings hatten wir vor dem Spiel besprochen, auch nach Gegentreffern dranzubleiben.“
Nach Wiederanpfiff ging es dann schnell munter her. Finlay Buschner drehte die Partie für die Frösche, doch erneut Mansour glich nur fünf Minuten später aus. Abermals wenige Minuten danach erzielte Philipp Ernst das entscheidende 3:2 für Froschbachtal, am Ergebnis änderte sich daraufhin nichts mehr.
„Wir sind gut zurückgekommen und Münchberg ist immer unsicherer geworden, das konnten wir am Ende ausnutzen“, freut sich Zelnhefer über den etwas unerwarteten Finaleinzug.
„Im Pokal kann ja wirklich jeder jeden schlagen, die Tagesform entscheidet meistens, genau wie die Motivation. Bei uns hat beides gestimmt.“ Das wird, so Zelnhefer, auch im Finale wieder Anwendung finden. Den Gegner aus dem Egertal kennen die Frösche nicht. „Da ist es dann aber auch egal, wer kommt. Pokal ist einfach Pokal.“
Auf der Gegenseite hat Sahin Yilmaz den Mittwoch genutzt und sich den kommenden Gegner angeschaut. „Jetzt kenne ich sie schon ein bisschen. Aber es war egal, wer weitergekommen wäre. Wir wollen das Ding auf jeden Fall holen“, so der Coach der JFG Oberes Egertal.
Beide Heimteams der Halbfinals stehen nun im Finale. Den Heimvorteil dort hat nur einer. Da beide Mannschaften in der Kreisliga spielen, muss Spielleiter Christopher Franek das Los entscheiden lassen. Beim Spieltermin richtet sich der Verband nach den Vereinen und deren Spielplänen.
Auch ein Spiel unter der Woche sei möglich. „Wenn sie sich ein Flutlichtspiel wünschen, würden sie das auch bekommen“, erklärt Franek. Wahrscheinlicher ist aber die für die U19 „unkomplizierte“ Variante am Wochenende. Felix Zelnhefer würde sich über ein Spiel am Wochenende freuen. „Da unsere Ligarunde ja schon vorbei ist, sind wir eh spielfrei. Und am Wochenende sind dann auch wirklich alle da.“
Für Sahin Yilmaz wäre das Flutlichtspiel etwas reizvoller: „Die haben wir bisher fast alle gewonnen, das wäre schon cool.“
Der Sieger des Pokalfinals rückt auf die Verbandsebene vor und trifft dort auf die höherklassigen Nachwuchsmannschaften.
Quelle: Frankenpost, Ausgabe Münchberg, Naila und Umgebung, Nr. 280 vom 16.10.2026, Seite 20. Artikel „Duell der Unbekannten“, Autor: Benedikt Günther.